Das Sonnenuhrendorf
Das Sonnenuhrendorf
Der Taubenheimer Grundstücksbesitzer, Goldschmied und Uhrmachermeister C. G. Herbrig errichtete 1792 unterhalb des Kirchberges sein Geschäfts- und Wohnhaus, später als Restauration „Zur Goldschmiede“ bekannt (ehem. Straße der Jugend 1). An der nordöstlichen Hausecke des oberen Stockwerkes lies er 1795 eine Sonnenuhr anbringen. Wahrscheinlich beauftragte Herbrig dafür einen böhmischen Uhrmachermeister. Im Jahre 1798 wurde ebenfalls eine Sonnenuhr an der oberen südöstlichen Hausecke der heutigen Sohlander Str. 62 angebracht. Diese beiden Sonnenuhren sind die ältesten erhalten gebliebenen Sonnenuhren in unserem Ort. (in der Sonnenuhrenstube zu besichtigen) Mitte der 70-er Jahre des vorigen Jahrhunderts erhielt der einheimische Maler und Grafiker Martin Hölzel von der Gemeinde und vom Kulturbund den Auftrag, die Sonnenuhr an der „Goldschmiede“ zu rekonstruieren. Bei dieser Tätigkeit entdeckte der „Vater der Sonnenuhren“, wie Hölzel heute liebevoll genannt wird, seine Liebe zu diesen einmaligen historischen Zeitanzeigern. Nach intensivem Studium der komplizierten mathematisch – astronomischen Berechnungen, stellte er, neben der Rekonstruktion vorhandener Sonnenuhren, auch zahlreiche neue Sonnenuhren her, nicht nur in Taubenheim, sondern auch für andere Gemeinden. Deshalb nennt sich Taubenheim seit den 1980-er Jahren „Sonnenuhrendorf“. Das kulturelle Erbe von Martin Hölzel liegt seit seinem Todesjahr im Jahre 1994 bei der Sternwarte Sohland in guten Händen. Die sehr guten Arbeitskontakte bestanden aber schon viel früher, so dass nahtlos die Betreuung der Sonnenuhren übernommen werden konnte. Für die Berechnung der Sonnenuhren ist der Mathematik- und Astronomielehrer unserer ehemaligen Schule, Wolfgang Knobel, Studienrat i. R. und ehem. Leiter der Sternwarte verantwortlich. Die Rekonstruktion und graphische Bearbeitung hat Peter Domschke übernommen. Nach dem Tod unseres ehemaligen Pfarrers Bringt (2003) wurden die Erläuterungen zu den Sonnenuhren entlang des Sonnenuhrenpfades von Dr. Gernot Schulz durchgeführt. Erwandern und erleben Sie nun unsere 53 Sonnenuhren (Stand 01.09.2025) auf dem Sonnenuhrenpfad. Von den 53 Sonnenuhren entsprechen 8 Sonnenuhren nicht den gnomonischen Ansprüchen, sie „ticken“ also nicht richtig.
